Und der Wagen, der rollt…

Veröffentlicht: 7. Juni 2011 in Gedanken, Menschen
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„Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.
man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
-Dietrich Bonhoeffer-

Dieser Text in einer Karte erreichte mir vor ca 3 Wochen. Es ist der Text am Kopf der Karte, in der geschrieben steht, dass Otto nach einem langen und erfüllten Leben friedlich eingeschlafen sei.
Gestern war seine Beerdigung.
Ich habe frei bekommen und bin mit sehr gemischten Gefühlen losgefahren. Ich war und bin sehr traurig, doch irgendwie hab ich das Gefühl, dass er noch so präsent ist, in meinem Leben.
Wenn man es von einer Beerdigung behaupten kann, dann war sie schön. Würdevoll und sogar wurde gelacht bei der Rede.
Die Gedenkrede. Eine wunderbare, wie ich finde. Gesprochen nicht von einem externen Menschen, sondern aus der Familie.
Er hatte eine gute Weise, über Ottos Leben zu berichten. Ein Leben, welches mindestens für 3 gereicht hätte, so viel hat er zu erzählen gehabt, über Otto.

Vor seiner Urne stand ein richtig Tolls Bild von ihm, wie man Otto kennt. Brille auf der kleinen Nase, Sennheiser Hörgerät in den Ohren (dieses zum TV gucken) und ein herzlich warmes Lächeln trägt er im Gesicht.
Während der Gedenkrede musste ich es immer wieder anschauen. Oft mit einem leichten Grinsen auf den Lippen.

Auf dem Weg zu seinem Grab, spielte aus kurzer Ferne ein Trompetenspieler. Es passte alles. Die Sonne schien und unser letzter gemeinsamer Weg führte uns unter einen Ahornbaum. Ein schönes Fleckchen auf diesem Friedhof.
Die letzten Worte wurden gesprochen, jeder ging noch einmal hin, so auch ich.
Sprach „Mach’s gut!“.

Es war eine Beerdigung, die einen im Nachhinein nicht traurig macht. Und ich wäre mir sicher, dass sie ihm auch gefallen hätte.
Ruhe in Frieden, Goldotto!

Achso… Er trug den Spitznamen „Der Pottkieker“. Hat der Schlingel mir nie verraten 😉

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Kommentare
  1. Ein wunderbarer Text, der thematisch auf eine gewisse Weise zu meinem neuesten Blog-Eintrag passt. Wie alles im Leben ist der Tod eine Perspektive und wenn wir den Tod fürchten und dauernd schlecht machen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn er uns hundsgemein und brutal kommt.Nehmen wir ihn jedoch mit Gleichmut und einer Form von Dankbarkeit an, schon verliert er all seinen Schrecken.

    David

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