Archiv für die Kategorie ‘Notfall’

Chaosnachtdienst

Veröffentlicht: 3. Dezember 2010 in Altenpflege, Beruf, Nachtdienst, Notfall
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Nachtdienst 1/4 stand gestern Abend auf dem Programm. Und irgendwie hätte ich mir denken können das es anstrengend wird.
Der Spätdienst ackerte noch wie wild und zu meinem Unglück war ich eine halbe Stunde zu früh da, wegen dem Wetterchaos.
Also musste ich schon noch mit anpacken.
Irgendwann war man fertig und nach einer undurchsichtigen Übergabe war ich endlich alleine.
Zunächst lief alles ruhig, erstaunlich.
Konnte in Ruhe Tabletten richten, Doku machen, Rundgang.
Und dann ging es aber los…
1:30uhr: Hilferufe aus einem Zimmer. Adipöse Frau liegt im Bad. Juhu…zum Glück nichts gebrochen und sie konnte gut helfen, sodass sie bald wieder auf den Füssen stand.
Doch was war das? Dicke Beule am Hinterkopf und sofort Hämatombildung. Ab ins Krankenhaus zum abklären.
Dann klingelten natürlich alle die sonst so klingeln…Wachkomapatient absaugen, lagern…
Krankentransport da, Frau weg.
Puh, etwa Ruhe!?
Nee… Weiter Tabletten richten. Und ups.sollte ja noch 2 Zimmer herrichten für die beiden Aufnahmen im Laufe des Tages. Auch noch erledigt. Weiter lagern usw.
Als ob dies alles noch nicht reichte durchfuhr gegen 4:50uhr die gesamte Einrichtung irgendwie ein Blitz und man sah die Hand vor Augen nicht mehr: Stromausfall. Bis Dienstende auch nicht behoben.
Dann kam der KT aus dem Krankenhaus zurück. Da gabs auch nur Unverständnis, weil sie diese , wie schon erwähnt adipöse Frau, in den 2.Stock tragen mussten, weil ja auch der Fahrstuhl nicht ging…Frau zu Bett gebracht und weiter geht’s…
Dauernde Rundgänge damit auch nichts passiert. Mit Kerze in der Hand damit man überhaupt was sieht. Zusätzlich die noch schnell gezogene TaschenlampenApp.
Sollte der Dienst denn nie enden??
Und dann die Tür. Der Frühdienst erlöste mich. Übergabe stand noch fix an.

Hehe:) aber ein Gutes hatte der Stromausfall…Stempeluhr ist auch mit Strom 😉 ein wenig eher zuhause also 😉

Gute Nacht 🙂

Notfallplan und Fluktuation

Veröffentlicht: 12. August 2010 in Altenpflege, Beruf, Gedanken, Notfall
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Oh je, wo fang ich bloß an…Gedanken sortieren…

*sortiert*

Die letzten 4-6 Wochen oder noch länger, so genau kann ich es schon gar nicht mehr sagen, ist bei uns auf der Arbeit die berühmte Hölle los.
In dieser Zeit haben nun 5 Kollegen gekündigt, die beiden Azubis folgen bald und ein Kollege ist seit Wochen krank…Wird man dort vermutlich auch nicht mehr wiedersehen.
Zu guter Letzt hat uns nun auch noch unsere Wohnbereichsleitung im Stich gelassen… Naja, was soll man dazu groß berichten. Denkt euch euren Teil 😉
Natürlich ist bislang auch kaum Ersatz gefunden worden.

Dazu noch Sommermonate…Urlaube von 2-3wöchiger Dauer…
Und so dürfen die restlichen Kollegen, inklusive mir, Extraschichten fahren. Kaum frei. Das ist hart, nicht nur für meine Psyche und den Körper, sondern auch für mein Privatleben…
Nichts kann man mehr wirklich planen, seien es Arzttermine, mein über alles geliebter Fussball, oder einfach mal nur dieses „Seele baumeln lassen“.
Die Fluktuation schaffte nun gestern, mitten im Monat den Notfalldienstplan. Alle haben nun einen neuen Dienstplan erhalten. Alles völlig anders.
Für 2 Termine habe ich gestern alles gegeben und habe sie auch Gott sei Dank erfüllt bekommen.

Wie lange soll dies noch gut gehen?  Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich ziemlich fertig auf den Reifen bin.
Heute steht „erst“ mein 6. Dienst an. Danach hab ich frei, 3 heilige Tage. Dann gehts weiter.
Die Zusatzbelastungen sprengen natürlich auch meine Motivation irgendwas an meinen Akten zu erledigen.
Vor einiger Zeit habe ich eine neue Bewohnerin von einer Kollegin übernommen, die Akte darf ich noch bis Ende des Monats komplett neu aufsetzen. Nur wann? Dokumententage fallen seit Monaten aus. Und zuhause mich an irgendwelche Pflegeplanungen und Co setzen…? Fällt mir schwer.
Fast jeden Gedanken „widme“ ich zur zeit dem Betrieb, kaum ein anderer Gedanke findet Platz in meinem Kopf. Das muss ich ändern. Die 3 Tage frei, werd ich dafür nutzen können hoffentlich.

Pflege. Allgemein kein einfacher Job. Nun spüre ich zum ersten Mal, dass er in der Tat auch noch schwerer werden kann, unter diesen Umständen.
Aber ich muss es schaffen… Allerdings nicht um jeden Preis, dass habe ich mir geschworen…

Am meisten betroffen sind allerdings unsere Schützlinge, die Bewohner. Sie merken, dass es drunter und drüber geht, wir kaum noch Zeit haben, gestresst sind, weil man einfach irgendwie nicht mehr kann.
Der Sinn des Berufes, warum ich ihn wählte, bleibt auch völlig auf der Strecke. Institutionelle Rahmenbedingen sind echter Mist!

Ende des Monats steht noch ein sehr wichtiger Termin an, unsere beiden Azubis haben Waschprüfung und ich werde sie begleiten. Dafür sammel ich nun all meine Kraft, damit ich die beiden gut unterstützen kann. Denn Prüfung bedeutet immer „Aufgeregt sein“ und „Angst haben es zu verhauen“. So auch bei den Beiden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie es super machen werden 🙂

Drückt mir die Daumen das alles gut werden wird 🙂

Eure Mo 🙂