Mit ‘tod’ getaggte Beiträge

An Tagen wie diesem…

Veröffentlicht: 26. November 2011 in Gedanken, Menschen
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Ein freier Tag. Aufwachen, wenn man wach wird.
Tun und Lassen was man will, da keine Verpflichtungen auf der Tagesordnung anstehen.

Ein wenig hier tun, ein wenig da tun.
Am Fenster stehen, hinaus blicken. Denken, dass man all das Vergangene der letzten Tage und Wochen wem mitteilen möchte.

An so einem Tag wie heute, hätte ich dir, Otto, einen Brief geschrieben.
Hätte dich mir mitgeteilt, da ich immer wusste, dass du mich verstehst.
Meine Worte liest, ab und an ein verschmitztes Lächeln im Gesicht.

Seit Du im Himmel wohnst, kann ich dir meine Briefe nur in Gedanken schicken, denn deine aktuelle Adresse hat noch kein Postfach.
Doch ich weiß, dass du meine Gedanken liest, weiterhin lächelst und an mich, deine Mia denkst.

Du fehlst mir trotzdem…

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Und der Wagen, der rollt…

Veröffentlicht: 7. Juni 2011 in Gedanken, Menschen
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„Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.
man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
-Dietrich Bonhoeffer-

Dieser Text in einer Karte erreichte mir vor ca 3 Wochen. Es ist der Text am Kopf der Karte, in der geschrieben steht, dass Otto nach einem langen und erfüllten Leben friedlich eingeschlafen sei.
Gestern war seine Beerdigung.
Ich habe frei bekommen und bin mit sehr gemischten Gefühlen losgefahren. Ich war und bin sehr traurig, doch irgendwie hab ich das Gefühl, dass er noch so präsent ist, in meinem Leben.
Wenn man es von einer Beerdigung behaupten kann, dann war sie schön. Würdevoll und sogar wurde gelacht bei der Rede.
Die Gedenkrede. Eine wunderbare, wie ich finde. Gesprochen nicht von einem externen Menschen, sondern aus der Familie.
Er hatte eine gute Weise, über Ottos Leben zu berichten. Ein Leben, welches mindestens für 3 gereicht hätte, so viel hat er zu erzählen gehabt, über Otto.

Vor seiner Urne stand ein richtig Tolls Bild von ihm, wie man Otto kennt. Brille auf der kleinen Nase, Sennheiser Hörgerät in den Ohren (dieses zum TV gucken) und ein herzlich warmes Lächeln trägt er im Gesicht.
Während der Gedenkrede musste ich es immer wieder anschauen. Oft mit einem leichten Grinsen auf den Lippen.

Auf dem Weg zu seinem Grab, spielte aus kurzer Ferne ein Trompetenspieler. Es passte alles. Die Sonne schien und unser letzter gemeinsamer Weg führte uns unter einen Ahornbaum. Ein schönes Fleckchen auf diesem Friedhof.
Die letzten Worte wurden gesprochen, jeder ging noch einmal hin, so auch ich.
Sprach „Mach’s gut!“.

Es war eine Beerdigung, die einen im Nachhinein nicht traurig macht. Und ich wäre mir sicher, dass sie ihm auch gefallen hätte.
Ruhe in Frieden, Goldotto!

Achso… Er trug den Spitznamen „Der Pottkieker“. Hat der Schlingel mir nie verraten 😉

Ruhe in Frieden

Veröffentlicht: 18. Mai 2011 in Menschen
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Am Freitag ist es zwei Wochen her. Es traf mich vor einigen Tagen wie ein Faustschlag. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, auch wenn man dies in dem Alter immer tun müsste. Doch aber nicht jetzt und nicht er.

Am 6. Mai 2011 ist mein hochgeschätzter Freund Otto im Alter von 103 Jahren eingeschlafen, für immer.
Doch in meinem Herzen wird es ihn weiter geben. Immer werden mir seine Briefe und geschriebene Kleinigkeiten von ihm in die Hände fallen und mich erinnern lassen. Und auch die Gedanken in meinem Kopf sind ein sehr wertvolles Gut.

Otto ich danke dir, dafür das ich dich kennenlernen durfte und du mir die Welt mit anderen Augen gezeigt hast!
Ruhe in Frieden mein Freund!

Deine Mia

Abschiede

Veröffentlicht: 26. April 2011 in Altenpflege, Gedanken
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Die Nachricht erhielt ich heute, mehr so im „Vorbeigehen“, denn eigentlich habe ich heute frei, musste im Betrieb nur etwas abgeben. Zwei meiner Kolleginnen saßen draußen, quatschte ein paar Minuten mit ihnen. Dann sagte eine der Beiden: „Herr XY ist Ostersonntag verstorben“. (Ich berichtete).

Damit hatte ich nicht gerechnet, nicht so schnell. Auf der einen Seite bin ich „erleichtert“, denn eine wirkliche Lebensqualität war es nicht mehr. Auf der anderen Seite, ists mein Lieblingsbewohner gewesen, irgendwie. Gern hätte ich mich verabschiedet.

Seit Ende März bin ich in einem neuen Betrieb. Die Arbeit macht Spaß, die Kollegen sind nett und für den Moment weiß ich einfach wieder, warum ich grade diesen Job erlernt habe.
Irgendwann im Ethikunterricht haben wir gelernt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Artikel 1 Grundgesetz.
Danach versuche ich meinen Beruf auszuüben. Doch es gibt immer wieder Schicksale die man betreut, die einem das Herz bluten lassen und den Kopf zum Nachdenken anregen.
Ich will keine Details zu diesem Schicksal schreiben, außer das bereits PEG und Co „vorhanden“ sind.
Er hat, als er es noch konnte, seinen letzten Willen aufgeschrieben und eine Patientenverfügung ebenfalls. Alles schien geregelt, doch warum widersetzen sich Menschen gegen den letzten Willen eines Menschen? Keine lebenserhaltenden Maßnahmen sind gefordert von ihm, bei klarem Verstand. Und er liegt dort und erhält alles was das Leben verlängert, wie eben auch diese Magensonde…
Ich denke, auch wenn es vielleicht schwer zu ertragen ist einen Menschen „einfach“ sterben zu lassen, so ist es sein Wunsch, wenn er ihn niederschreibt und beglaubigen lässt.
So sollten Menschen, die es normalerweise verhindern, dass Menschen sterben, akzeptieren und seine Würde wahr nehmen und ebenso würdevoll damit umgehen.

Wenn ich für mich später entscheide, was passieren soll, wenn ich es vielleicht nicht mehr äußern kann, so will ich schließlich auch, dass mein letzter Wunsch nach einem würdevollen Tod akzeptiert wird.